Who the hell am I? [Aki]

Man sollte meinen, mit fast 30 Jahren wüsste man, wer man ist, was man mag oder nicht mag und was man will im Leben. Schließlich hat man genug Jahre auf dem Buckel und schon ein wenig Lebenserfahrung vorzuweisen.

Tja, denkste.

Ich habe das Gefühl mich erst jetzt richtig kennenzulernen und als den Menschen zu akzeptieren, der ich bin. Aber gleichzeitig realisiere ich, dass ich noch gar nicht vollständig ergründet habe, wer sich in meinem tiefsten Inneren verbirgt. Es gibt einfach noch so viel über mich selbst zu herauszufinden, das ich in der Vergangenheit ignoriert, verdrängt und bei Seite geschoben habe, aus welchen Gründen auch immer. Es wird gerade in dieser Hinsicht also nochmal aufregend… Und so unsicher es mich macht und so sehr es mich zum Zweifeln bringt – irgendwie ist so eine späte „Selbstfindungsphase“ auch unheimlich spannend.

Doch wie kam ich überhaupt dazu, mir ausgerechnet jetzt noch einmal so viele Gedanken über dieses Thema zu machen? Ich glaube, mein bester Freund Sam und sein Mut, seinen Weg zu gehen, egal wie steinig er ist, hat mich sehr dazu inspiriert, endlich mal wieder in mich zu gehen und zu hinterfragen, wer ich wirklich bin – und ich bin schnell zu dem Schluss gekommen, dass ich die letzten Jahre Aspekte meiner Persönlichkeit unterdrückt habe, zu denen ich eigentlich schon lange hätte stehen müssen, weil sie einfach Teil von mir sind. Doch statt dies zu tun, habe ich sie verdrängt und als „unwichtig“ beiseite geschoben. Auch, weil ich Angst hatte – vor Ablehnung, Konflikten, Diskussionen und davor, dass ich mich verteidigen und rechtfertigen müsste, obwohl es niemanden außer mir selbst etwas angeht wie ich mich fühle und es mir völligst egal sein sollte, was andere davon halten. Aber die Realität sieht eben anders aus und da ich mit solchen Dingen nicht gut umgehen kann, bevorzugte ich den „einfachen“ Weg ohne darauf zu achten, wie unzufrieden ich dadurch eigentlich geworden bin, denn so konnte ich nie wirklich der Mensch sein, der ich tatsächlich bin.

Momentan bin ich noch dabei, das passende „Schublädchen“ für mich zu finden. Nicht, weil ich mich dazu genötigt oder gezwungen fühle, mir selbst ein Label aufzudrücken, sondern für mich selbst und meine „innere Ordnung“. Zur Zeit bin ich mir darüber sehr unsicher, vor allem was meine Geschlechtsidentität betrifft. Die Frage nach meiner sexuellen und romantischen Orientierung kann ich wesentlich leichter beantworten und fühle mich mit den Begriffen „pansexuell/panromantisch“ sehr wohl.

Selbstreflexion soll also unter anderem Thema dieses Blogs sein, von dem ich mir wünschen würde, dass er uns und auch andere Menschen, denen es ähnlich ergeht, darin bestärken soll, Mut zu haben und zu der Person zu stehen, die sich tief in unserem Inneren verbirgt und sich bisher nicht getraut hat, herauszukommen.

Auf der Suche nach der passenden Überschrift für diesen ersten Post stieß ich auf folgenden Liedtext von Hoobastank, der meiner Meinung nach wie die Faust aufs Auge passt:

No more lying to myself
Pretending to be someone else
And now I’m hiding how I feel behind a smile
Living in constant self denial

There’s something I need to say

No more running from my fights
And no more giving up when I know I’m right
Sick of trying to fit in
And wondering what I could have been

There’s something I need to say
It’s growing everyday
Things are going to change

I won’t apologize
For who I come to be
‚Cause who the hell am I
If I can’t be me
I’ve wasted too much time
On insecurities
‚Cause who the hell am I
If I can’t be me

No more need to justify
Everything I do, everything I like
and no more blood from biting my tongue
Too afraid to upset anyone

There’s something I need to say

No more guilt for what I see
In the mirror staring back at me

There’s something I need to say
It’s growing everyday
Things are going to change

I won’t apologize
For who I come to be
‚Cause who the hell am I
If I can’t be me
I’ve wasted too much time
On insecurities
‚Cause who the hell am I
If I can’t be me

And it feels like I am naked
Stripped for you to see
My scars and imperfections
But you never seemed to notice
‚Cause you’re too busy covering up your cuts and bruises
From who knows what
Just like me

So why apologize
For who I’ve come to be
‚Cause who the hell am I
If I can’t be me
I’ve wasted too much time
On insecurities
‚Cause this is who I am 
And that’s fine with me.

Hoobastank – Who the Hell Am I?

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